4. Mai 2013: 1. Etappe des Benefizlauf Heidenheim-Brixen; ca. 50 km
Website des Veranstalters: www.benefizlauf-heidenheim-brixen.de
(Ultra-) Laufen ist Leben
4. Mai 2013: 1. Etappe des Benefizlauf Heidenheim-Brixen; ca. 50 km
Website des Veranstalters: www.benefizlauf-heidenheim-brixen.de
Unsere Ergebnisse:
Frank Nicklisch: 46:10:00 h
Angesagt waren 216km im Harz mit 4500 Höhenmetern in 48 Stunden. Ich habe mich, nachdem ich den Lauf ja bereits letztes Jahr als Helfer kennengelernt habe, nach besten Möglichkeiten vorbereitet. Wetterprognose beobachet, Ausrüstung ausgewählt, Dropbags und Rucksack gepackt, wieder ausgepackt, neu gepackt. Doch die Realität sollte meine Vorstellung weit übersteigen.
Regen war gemeldet. Flächendeckend und dauerhaft. Gut, kenn ich schon, kein Problem. Kalt sollte es werden, mit Schnee auf dem Brocken. Nicht angenehm, aber ok – ich werde mich da durchbeißen.
Der Start bei strahlendem Sonnenschein, 25 Grad sollten es werden, und alle Läufer bei blendender Laune. Die Strecke war erwartungsgemäß anspruchsvoll, mit vielen Steigungen und schönen Trails gespickt. Auf dem Weg zum Brocken zogen die ersten dunklen Wolken auf, der angekündigte Regen stand bevor.
Bereits auf dem Brocken erwartete uns Regen und eisiger Wind. Kurze Rast beim Brockenwirt und beim verlassen des Gebäudes nach wenigen Minuten ein erster Eindruck von dem was noch kommen sollte: Regen, stürmischer Wind, Eiseskälte und dichter Nebel. In tieferen Lagen war das Wetter zwar besser, aber der Regen sollte jetzt für lange Zeit nicht mehr aufhören.
Unser kleines Grüppchen, dass sich auf den letzten Kilometern zusammengefunden hatte rückte enger zusammen und kämpfte gemeinsam gegen das Wetter, die völlig aufgweichte Strecke und die sinkende Motivation. Dauerhaft nasse Schuhe sorgten für erste Blasen. Regelmäßiger Kleidungswechsel an allen Dropbag Punkten konnte das nicht vollständig verhindern. Lästig aber noch unproblematisch.
Gegen 4:00 erreichten wir Thale nach offiziellen 112km und tatsächlichen 128km. Eine kurze Ruhepause mit 1,5h Schlaf, trockene Kleidung, trockene Füße, etwas Compeed und ich war wie neu! Auf gehts, zurück nach Osterode, nur noch 104km.
Draußen immer noch Regen, mal mehr und mal weniger. Bis zum VP Treseburg sogar noch das angenehme Gefühl von warmen und trockenen Füßen. Doch schon auf dem nächsten Abschnitt folgten tiefer Schlamm und sumpfige Wiesenwege – wieder völlig durchnässte Schuhe. Am VP Hasselfelde hatte Simone genug und stieg aus. Unsere Gruppe schrumpfte. Am VP Königshütte konnten wir Marcus nur mit Mühe davon abhalten ebenfalls aufzuzgeben. Ich musste meinen Blasen mit Nadel und Compeed zu Leibe rücken, eine echte Lösung war das leider nicht.
In einem stoischen Rhythmus kämpften wir uns weiter in Richtung VP Rinderstall. Laufen war nur noch abschnittsweise möglich, aber wir konnten ein strammes Tempo marschieren. Im Braunlage noch Pommes mit Majo vom Imbiss, hat gut getan. Am Rinderstall zum letzten Mal trockene Kleidung, wieder Blasen öffnen, meine letzten Compeedvorräte verbrauchen, Schmerz ignorieren, eine Dose Bier für die Moral und weiter Richtung Torfhaus.
Die Windeltreppe und der Anstieg zum Oderteich waren bald überstanden und wir gingen beim letzten Tageslicht auf den Märchenweg. Doch solche Märchen werden zu Alpträumen. Es hatte mittlerweile zu schneien angefangen und der Märchenweg entpuppte sich als Seen- und Schlammlandschaft, in die willkürlich Bäume und Felsbrocken gewürfelt waren. Die folgenden km kosteten viel Kraft und Zeit. Beide Füßen waren bald komplett durchnässt.
In Torfhaus angekommen traf uns die volle Wucht des Wetters. Schnee, eisiger Wind und Temperaturen unter Null Grad trafen auf einen erschöpften, hungrigen, durchnässten und ausgekühlten Körper. Erste Anzeichen einer Unterkühlung ließen nicht lange auf sich warten und kein warmer Ort soweit das Auge reicht. Panik keimt bei mir auf, ich reagiere gereizt auf meine Kameraden, wir müssen weiter, immer in Bewegung bleiben. Unterwegs esse ich etwas und bald fühle ich wie mir wieder wärmer wird. Ich werde wieder ruhiger.
Über die Wolfswarte geht es weiter nach Altenau zum vorletzten VP. Nach kurzer Rast geht es weiter und wir kommen zügig zum letzten VP. Ohne Rast ziehen wir weiter, wir wollen nur noch ins Ziel. In der Morgendämmerung erreichen wir Osterode. Das GPS hat 232km aufgezeichnet. Ich stoppe die Uhr nach 46:10h. Der Regen hat aufgehört, uns steht ein sonniger Tag bevor.
DVD-Tipp von Iris Hadbawnik:
Du mussst nicht siegen, um zu gewinnen von Dr. Michael Nehls
Das Race Across America (RAAM) gilt als das härteste Radrennen der Welt. Wer dort startet, den erwarten unvorstellbare 4.800 Kilometer Radstrecke von der West- bis an die Ostküste der USA. Mehr als 30.000 Höhenmeter sind zu bewältigen, während man Wüstengebiete und Bergregionen passiert und dabei den unterschiedlichsten Klima- und Witterungsbedingungen ausgesetzt ist. Dass es sich dabei um eine der extremsten sportlichen Herausforderungen unserer Zeit handelt, beweist nicht zuletzt die Statistik: Rund 50 Prozent aller Fahrer beenden das Rennen vorzeitig, ohne das Ziel zu erreichen.Wer als Teilnehmer innerhalb des Zeitlimits von maximal 12 Tagen (Frauen: 13 Tagen) im Ziel ankommen will, muss vor allem eines: Fahren, fahren, fahren. Und dabei zusätzlich auf ausreichend Schlaf und Regeneration verzichten. So heißt es …
DVD-Tipp von Iris Hadbawnik:
Gipfel der Freiheit. Herausforderung Kilimanjaro: Dr. Michael Nehls
Der Film „Gipfel der Freiheit. Herausforderung Kilimanjaro“ erzählt die mitreißende Geschichte von Sabine Nehls, Hausfrau und Mutter von drei erwachsenen Kindern, die ihren großen Traum – einmal auf dem Gipfel des Kilimanjaro zu stehen – endlich in die Tat umsetzen möchte.
Sich den Schwierigkeiten eines solchen Unterfangens bewusst und entsprechend gut vorbereitet, startet sie gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Michael Nehls (zweifacher Race Across America-Finisher) und weiteren Trekkern zu einer Expedition zum höchsten Gipfel Afrikas.
Doch dieser empfängt sie nicht nur mit seiner unvergleichlichen Schönheit und der faszinierenden Flora und Fauna, sondern auch mit den Herausforderungen, die eine Bergbesteigung mit sich bringt. Mit jedem Höhenmeter wird den Teilnehmern mehr und mehr bewusst, dass es sich bei dem Weg auf den Gipfel keineswegs um einen Spaziergang handelt. Vielmehr zeigt sich, dass die nötige Ernsthaftigkeit und die richtige Vorbereitung auf eine solche Tour unabdingbar sind. Nicht nur die körperliche, auch die mentale Stärke entscheidet letztendlich über den Gipfelerfolg – oder auch Misserfolg – der einzelnen Teilnehmer.
8.-18. März 2013: Lauf-Camp mit Iris Hadbawnik im Rahmen der Sport Coast Sportreisen in der Nähe von Valencia.
Zur Website des Veranstalters: www.sport-coast.de
Leserstimmen zu Mythos Mount Everest von Iris Hadbawnik
>> Rezension auf Amazon.de: Das Buch über den Berg der Berge – interessant nicht nur für Bergsteiger
Vorab: Ein richtig tolles Buch – es macht Spaß, es auch nach dem ersten Lesen immer mal wieder in die Hand zu nehmen und darin zu schmökern.
Die „Geschichten drum herum“, die Rekorde, Träume, Dramen, aber auch Daten und Fakten, und vor allem die Protagonisten und warum sie da hochwollen …
Unfaßbar, wie Menschen den Everest besteigen (wollen). Mit dem Fahrrad hinauf, mit dem Snowboard hinunter, als Familie zum Everest – Läufer am Everest … … puh …
Erwartet hatte ich einfach „das nächste Buch“ zum Rekordberg und im Rekordjahr. Ich bin eines besseren belehrt worden.
Geschmökert habe ich dann in einem Buch, das sehr anschaulich beschrieben ist. Ich finde es sehr übersichtlich! Tolle Photos! Erwähnt werden auch Schattenseiten des Berges mit den tragischen Schicksalen, ebenso der Massenansturm.
Das Buch hat einen vernünftigen Preis. Habe es auch schon verschenkt – als Nicht-Bergsteiger an einen Nicht-Bergsteiger. Kam sehr gut an. Ich empfehle es wirklich jedem, der sich mit der Welt des Everest befassen mag.
17. Februar 2014
Das sind die Ergebnisse der UltraRunners bei Lauf- und Ultra-Wettkämpfen 2013.
Mehr lesen
Buchtipp von Iris Hadbawnik:
Aus eigenem Antrieb. Erfahrungen eines erfolgreichen Extremsportlers: Hubert Schwarz
Auch wenn das Buch bereits einige Jahre am Markt ist, so hat es nichts an Faszination oder Motivation eingebüßt. Hubert Schwarz beschreibt seinen Weg vom Sozialarbeiter zum Extremsportler und zeigt, welche Erfolgsfaktoren für ein erfülltes Leben nötig sind.
>> Weitere Details zum Buch bei Amazon
Als großer Hubert Schwarz Fan freute ich mich besonders darüber, dass er sich bereit erklärte mir für mein Buch „Bis ans Limit und darüber hinaus“ das Vorwort zu schreiben, das mit den wunderbaren Worten beginnt: „Was auch immer man im Leben erreichen will, in den seltensten Fällen fällt es einem in den Schoß. Auf dem Weg zum Erfolg braucht es vor allen Dingen eines: Leidenschaft. Das gilt für den Beruf, aber noch weit mehr für den Sport. […]“
Ein besonders tolles Erlebnis war es dann auch, als wir uns bei der Zieleinfahrt beim Race Across America 2014 trafen und endlich persönlich kennenlernen durften.