April 2009: Waldhessenlauf – 12h-Lauf

03. April 2009: Waldhessenlauf – 12h

Unsere Ergebnisse:

Iris Hadbawnik: 101,98 KM
Rang 1 der Frauen und 10. Gesamt

Frank Nicklisch: 111,21 KM
Gesamtrang 5 und 2. AK

Laufbericht von Frank Nicklisch:

Nach einer Woche ohne Training wegen einer Verletzung (oder eher der Angst davor…) bin ich am Freitag Abend um 22:00 im Rotenburger Schloßpark in den Wettkampf gestartet. Gemeinsam mit Iris wollte ich die Nacht hindurch bis Samstag 10:00 ununterbrochen laufen. Wunschziel war eine Verbesserung meiner PB von bis dahin 108km. Nach dem Startsignal bin ich dann locker losgelaufen und habe versucht möglichst ohne Krafteinsatz zu laufen. Geplant für eine der 1,145 km langen Runden war eine Zeit von 6:40 Minuten, also ein Schnitt von 5:50/km. Ich habe mich vom Start weg in der Führungsgruppe einsortiert und mich vom Tempo her wohl gefühlt. Am Ende der Runde musste ich aber feststellen, dass wir 6:05 Minuten/Runde liefen. Viel zu schnell. Ich ließ mich bis ans Ende der fünfköpfigen Gruppe zurückfallen und versuchte Tempo herauszunehmen. Gemeinsam mit einem anderen Teilnehmer trennten wir uns schließlich nach 4 Runden von der Spitze ab und liefen ab da konstant Rundenzeiten um die 6:30. Es war zwar etwas schneller als geplant, aber ich konnte auffallend locker laufen und fühlte mich überhaupt nicht belastet. Gegen 1:15 wurde es schlagartig dunkel auf der Strecke, als die Stadt die Straßenbeleuchtung abschaltete. Lediglich der Start/Zielbereich wurde vom THW mit großem Aufwand beleuchtet. Spätestens jetzt war es dringend zu empfehlen mit einer Stirnlampe zu laufen. Ich konnte mein Anfangstempo immer noch problemlos halten, bin auch nach 35km (und auch nicht später) auf die „Wand“ gestoßen. Der erste Marathon war nach 3:58h absolviert und ich war mit der Situation bis jetzt hochzufrieden. Die 50km erreichte ich nach 4:45h, nur 6 Minuten über meiner Bestzeit. Nach der 50km Marke stellte ich meinen Laufrhythmus etwas um und bin ab dann an der Verpflegungsstelle ein paar Schritte gegangen. Meine Rundenzeit pendelte sich in der Folge bei etwa 7:15 ein. Aber mittlerweile kamen Muskelschmerzen in den Oberschenkeln auf, Anfangs noch zu ignorieren, aber stetig zunehmend. Die Gehpausen wurden länger. Mit einer Schmerztablette ließ sich die Situation etwas verbessern und ich konnte wieder zu den gewohnten Rundenzeiten zurückkehren. Zwischendurch lief ich immer wieder mal Rundenzeiten um die 6:30, doch die Gesamttendenz war eher fallend. Um 4:30 wurde das Licht wieder angeschaltet und bald darauf wurden auch die Vögel im Park munter. Aber bis zum Sonnenaufgang sollte es noch zwei Stunden dauern. Ich lag bis zu diesem Zeitpunkt zwischen dem 4. und 6. Rang, der dritte, der zeitweise zwei Runden vor mir lag, jetzt nur noch 1 Runde vor mir. Vom Tempo her war ich immer noch deutlich schneller als der dritte, aber aufgrund der Schmerzen konnte ich dieses Tempo nicht über mehrere Runden, geschweige denn Stunden, halten. So lieferte ich mir mit dem dritten über Stunden hinweg ein Kopf an Kopf Rennen, bei dem mal er und mal ich vorne lagen. So erreichte ich die 100km in 10:31h und konnte meine bisherige Bestzeit um mehr als eine halbe Stunde verbessern. Jetzt war mein Ziel, mehr als 108 km zu laufen in greifbarer Nähe. 90 Minuten Zeit für mehr als 8km, das sollte zu schaffen sein. Die aus dieser Erkenntnis folgende Entspannung ließ meine Rundenzeiten rapide fallen. Der dritte der Wertung nutze die Gelegenheit und konnte mich in dieser Endphase noch zwei mal überrunden. Aber die Platzierung war mir egal, wichtig war nur die erreichte Strecke. Vor der letzten Runde bekam jeder Läufer ein kleines Fähnchen mit dem die zurückgelegten Meter der letzten Runde markiert werden sollten. Nach einem Endspurt über die letzten 500m, bei dem wir noch unter großem Beifall die bereits zum Start aufgestellten 6-Stunden-Läufer passierten, konnte ich
beim Schlusssignal mein Fähnchen nach 111,212km in den Boden rammen.

Waldhessenlauf in Rotenburg an der Fulda. Rundkurs über 1,145km durch den Schloßpark und entlang der Fulda. Angeboten werden 100km, 12h und 6h. Start für 100km und 12h am Freitag um 22:00, Start des 6h-Laufes am Samstag um 10:00. Strecke durchgehend befestigt, zumeist asphaltiert, teilweise Kopfsteinpflaster. Sehr gute, familiäre Organisation mit viel Engagement.

Laufbericht von Iris Hadbawnik:

Mein erster 12h-Lauf – was für ein Event! :-)) Start war um 22 Uhr und der Lauf begann mit super netter und lustiger Unterhaltung mit Petra aus der Nähe von Karlsruhe. Nach etwa 2 Stunden bin ich, ins Gespräch vertieft und bei unzureichend beleuchteter Strecke, leider über eine der zahlreichen Stolperfallen gestürzt… Trotz offener Knie und Hände und zahlreicher Prellungen hab ich die Zähne zusammengebissen und noch die restlichen 10 Stunden mit mehr – und mal weniger- Spaß verbracht. Das Durchhalten hat sich gelohnt. Am Ende war ich die beste Frau und 10. der Gesamtwertung! :-))
Zum Foto (lieben Dank an Martin walkt!): Es zeigt mich kurz nach dem Lauf beim Regenerieren in unserem Pavillon (hab leider noch kein Lauffoto im Internet gefunden…)

Waldhessenlauf

Zur Website des Veranstalters: www.waldhessenlauf.de

31. Januar 2009: Ultramarathon Rodgau

Ultramarathon Rodgau – 50 km

Unsere Ergebnisse:

Frank Nicklisch: 04:39:57 h
Oliver Weis: 04:56:59 h
Iris Hadbawnik: 04:57:00 h

Laufbericht von Frank Nicklisch:

„Ich habe erst auf der ersten Runde meine Strategie festgelegt. Zu Debatte standen 5 Stunden sicher ins Ziel bringen oder auf Risiko gehen und die 4:30 angreifen. Nach zwei Kilometer war alles klar: Ich konnte ein Tempo von 5:10 locker laufen und habe mich dabei absolut wohl gefühlt. Der Puls lag im grünen Bereich und so war alles klar. Für die 4:30h müsste ich einen Schnitt von 5:24 laufen und so hatte ich noch eine Reserve von einigen Sekunden, die ich auf dem hinteren Teil sicher brauchen würde.
Die ersten 6 Runden (30 km) liefen planmäßig mit Rundenzeiten um die 26 Minuten. Allerding ereilten mich am Ende der 6. Runde Magen/Darmprobleme und ich musste einen Zwischenstopp in den blauen Häuschen machen. Resultat: 5 Minuten Zeit verloren. Der Rest der Runde lief sehr schnell (25 Minuten), aber dann musste ich wieder ins Häuschen. Nochmal 4 Minuten verloren. Danach kam ich nicht mehr in meinen Rhytmus, ich fühlte mich ausgelaugt und kraftlos, dazu kamen jetzt auch noch muskuläre Probleme. Gehpausen waren unumgänglich und haben mich so weitere 10 Minuten gekostet. Nichtdestotrotz habe ich mit 4:39h eine neue PB und die Gewissheit das in der Zukunft auch noch 15 Minuten mehr drin sind.“

 

Laufbericht von Oliver Weis:

„Es war einfach nur genial…hatte ja vorher sowas noch nie mitgemacht. Mein erster Ultralauf. Der Startschuss fiel und mir schlief der recht Zeh ein. Na danke…das geht ja gut los. Dann aber wurde es besser und besser. Konnte sogar bis km35 noch scherzen und lachen. Aber dann verging auch mir das Schmunzeln. Die letzten zwei Runden waren doch härter, als ich dachte. Trainingsvorbereitung war doch eher lasch…auch durch Krankheit. In der vorletzten Runde gingen mir die Oberschenkel zu. Tempo runter. Aber die 5 Std immer im Auge behalten. Die letzte Runde war nur noch Quälerei. Immer wieder Gefühlsausbrüche zwischen von 🙁 bis lachen. Dank meiner super Begleitung jedoch, hab ich es in einer wahnsinningen Zeit geschafft….dann kam so ziemlich alles raus. Dankeschön Iris!“

 

Laufbericht von Iris Hadbawnik:

„Ultramarathon in Rodgau im Sportics-Team: Bereits vor dem Start hat uns schon Ralf von Sportics angesprochen. Naja, die schönen Sportics-Shirt sind halt jedem sofort aufgefallen… :-)) Leider haben wir Bernann dann erst auf der Strecke getroffen – sind dann aber ein paar Kilometer zusammen gelaufen. Insgesamt ist Rodgau ein sehr schöner und familiärer Lauf, den man mit etwas mehr Vorbereitungskilometern sicher auch mehr genießen könnte… ;-))“

 Zur Website des Veranstalters: www.rlt-rodgau.de

 

August 2008: Monschau Marathon

10. August 2008: Monschau Marathon

Unsere Ergebnisse:

Frank Nicklisch: 3:57:30 h

Laufbericht von Frank:

Schöner Lauf auf anspruchsvoller Strecke durch die Eifel. Zum Teil geteerte Wege oder gesperrte Nebenstraßen, aber der größte Teil auf Waldwegen, zum Teil wenig bis gar nicht befestigt. Marathondistanz mit mehr als 920 Höhenmetern.
Wetter war wechselhaft, beim Start 18°C und leichter Regen, später trocken, dann kräftiger Wind, zwischendurch immer wieder mal leichter Regen.
Laut Höhenprofil mehr als 70 Wechsel zwischen Steigung und Gefälle. Bergrauf schonen, bergab rennen was geht. Entsprechend war vor dem Start die Ansage des 3:45h Pacers: Man sollte in der Lage sein längere Strecken mit 4:30 zu laufen (!!).
Eine Zeit unter 3:45h war für mich auf dieser Strecke letztlich illusorisch, ich musste bereits nach 15km auf 3:50h und später auf 4:00h korrigieren und konnte letztlich froh sein dass keine 4:30h dabei rausgekommen sind.

Zur Website des Veranstalters: www.monschau-marathon.de

Juni 2008: Fidelitas Nachtlauf

28. Juni 2008: Fidelitas Nachtlauf – 80 km

Unsere Ergebnisse:

Iris Hadbawnik: 09:25:05 (4. AK)
Gesamtrang 9 der Frauen

Laufbericht von Iris Hadbawnik

Die ersten 30 Kilometer hab ich einfach nur gelitten. Es war heiß, meine Beine waren schwer und das Schlimmste: Es gab nur Wasser mit Kohlensäure. Woraufhin mein Magen mir 3 Stunden lang den landschaftlich tollen Lauf verübeln wollte… Die Rettung kam durch private Wasserstellen am Wegesrand. Vielen Dank!! Erst ab Kilometer 35 ging es mir wieder gut und ich konnte den Lauf bis ins Ziel richtig genießen!! Ein wirklich toller, familiärer und empfehlenswerter Wettkampf, bei dem aber noch Nachholbedarf bei den Kilometerangaben und der Wegmarkierung besteht. Zum Glück hatte ich Gerhard getroffen, der mich die zähen Kilometer durch den stockdunklen Wald begleitet hat und mit dem ich trotz Umwege, immer wieder den richtigen „Pfad“ gefunden habe… 🙂

Zur Website des Veranstalters: www.fidelitas-nachtlauf.de

Mai 2008: Gerolsteiner Tour Festival

18. Mai 2008: Gerolsteiner Tour Festival

Unsere Ergebnisse:

Iris Hadbawnik: 05:08:47,1 (119 KM, 2.104 Höhenmeter)

 

Die Kälteschlacht in der Eifel

Bericht von Iris Hadbawnik

Als am Sonntagmorgen um 5:50 Uhr der Wecker klingelte ließen uns verdächtig plätschernde Geräusche von draußen mit einem Satz aus dem Bett springen: Oh, nein – es regnete in Strömen! Ein einziger Alptraum für mich als konsequente Schönwetterfahrerin!!

Raeder

Schon fast mit dem Wettkampf abgeschlossen machen sich Bertram und ich dennoch von unserer Pension auf den Weg nach Gerolstein. Ja, ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Als der Wettergott um 7:15 Uhr dann doch ein Einsehen mit den über 1.500 Startern hatte und zumindest von oben vorerst keine Nässe zu erwarten war, musste schnell eine Entscheidung gefällt werden. Und so kam es wie es kommen musste: Trotz regennasser Fahrbahn und einer dichten Wolkendecke entschieden wir uns zum Wettkampf anzutreten.

Iris

Ursprünglich – in einem Anfall von Größenwahn – für 161 KM gemeldet, bestätigte man mir am Vortag an der Startnummern-Ausgabe, ich könne mich – ohne groß umzumelden – jederzeit auf der Strecke für eine kürzere Strecke entscheiden. Dass diese Aussage nicht ganz der Wahrheit entsprach, sah ich erst am nächsten Tag, als ich unter „OUT – außer Konkurrenz“ auf der Ergebnisliste geführt wurde…

Zehn Minuten vor dem Start erreichten wir die Startaufstellung. Vor Kälte zitternd musste ich dort über 15 Minuten ausharren, bis ich dann um 8:08 Uhr endlich die Startlinie passieren durfte.

Doch nach wenigen Kilometern verdichtete sich das Feld bereits wieder und am ersten „Hügelchen“ kam das gesamte Feld zum Stehen. Leider versucht der Fahrer vor mir vergeblich sich aus seinen Pedalen auszuklicken. Das Gleichgewicht verlierend kippt er nach rechts und stürzt samt Rad eine Böschung hinunter und verschwindet im Wald. Geschockt springen wir alle vom Rad. Aber bereits im nächsten Moment ruft es auch schon aus dem Wald: “Es ist alles OK. Nichts passiert!“
Trotzdem: MIR zitterten jetzt erst mal ausgiebig meine Knie vor Schreck!

Doch weiter geht´s. Wir sind ja nicht zum Spaß hier! Die Strecke führt durch kleine Dörfer, an Pferdekoppeln sowie etlichen Kuhherden vorbei und natürlich – ich ahnte es bereits – stetig berauf und nur ganz wenig bergab.

Auf den ersten 30 Kilometern hatte ich eine beständige Gruppe von netten Holländern um mich gescharrt. Windschattenfahren ist doch einfach ein Segen!! 🙂

Doch nach dem Abbiegen der 54KM-Fahrer lichtete sich so langsam das Feld und so musste ich die restliche Strecke überwiegend alleine bestreiten…

Allerdings: Mein Problem war nicht wie befürchtet meine eventuell noch müde Muskulatur von Steenbergen und auch nicht der Wind, der einem auf Dauer mürbe machte… Mein Problem war diese unglaubliche Kälte, die bereits seit KM 20 dafür sorgte, dass ich meine Füße nicht mehr spürte. Erst im Zielbereich erwachten diese langsam wieder zum Leben. Ein Wunder! Denn bereits unterwegs war ich ständig am Grübeln, wie hoch der Kälteschock sein muss, bis sich diese blau verfärben oder gar vollständig absterben – ja, ja, ich sollte einfach nicht so viele Reinhold Messner-Bücher lesen! 😉

Die Regenjacke, die ich mir vor dem Start von Bertram geliehen hatte (als Schönwetterfahrer benötigt man solch überflüssiges Equipment einfach nicht ;-)), konnte ich nicht, wie ursprünglich geplant, ausziehen sobald mir warm wurde. Vielmehr wurde sie bis zum bitteren Ende mein treuer Begleiter. Sehr aerodynamisch plusterte sich diese bei den Abfahren und dem aufkommenden Gegenwind wie ein Zelt hinter meinem Rücken auf…

Nach der „Einführungsrunde“ ging es mir – abgesehen von den Füßen – noch erstaunlich gut. Aber nach und nach krochen mir die Höhenmeter in den Nacken, den Rücken und die Arme (das hab ich bis dahin auch noch nie erlebt, dass ich nach einer Radtour Muskelkater im Trizeps hatte…). Erst jetzt wurde mir richtig bewusst, was es heißt, nahezu 2.000 Höhenmeter zu bewältigen.

Aber auch meinen Mitstreitern ging es nicht besser: Einfach ankommen war die Devise – und nicht unmittelbar vor den Fotografen, die sich an etlichen Bergpassagen platziert hatten, vom Rad steigen und in die Wiese kotzen. So soll es wohl einem unserer Mitstreiter ergangen sein…

Mittlerweile traf man immer wieder die selben Fahrer auf der Strecke. Und immer wieder munterte man sich gegenseitig auf. Kurz gesagt: Die Stimmung im Fahrerfeld und bei den Zuschauern war einfach klasse – wenn auch die Strecke mit kleineren und größeren Radunfällen und etlichen Reifenpannen gesät war.

Recht schnell stand mein Entschluss fest: Bei 119 Kilometern ist der Wettkampf für mich zu Ende. Nur noch wenige Kilometer mehr und ich wäre als Eisklotz vom Rad gefallen! Noch nie zuvor habe ich bei einem Wettkampf dermaßen gefroren wie an diesem 18. Mai in der Eifel…

Und doch: Jede Qual findet glücklicherweise irgendwann ein Ende! Und so fuhr ich dann nach 5 Stunden und 8 Minuten endlich über die wirklich heftig herbeigesehnte Ziellinie und wurde im Zielbereich mit leckerem Kuchen und heißem Tee belohnt!

Zur Website des Veranstalters: www.tour-festival.de