26. Januar 2013: Ultramarathon Rodgau

Ultramarathon Rodgau – 50 km

Unsere Ergebnisse:

Oliver Weis: 05:24:37 h
Iris Hadbawnik: 05:24:37 h
Frank Nicklisch: 05:52:16 h
Fabian Kümper: 06:05:32 h
Sieger in seiner Altersklasse!!
Claudia Kümper: 06:10:25 h

 

Laufbericht von Oliver Weis:

“…und jährlich grüßt das Murmeltier…oder so ähnlich.
Rodgau, der Start in die Saison.
Aber gefühlsmäßig wird die Strecke immer anspruchsvoller.
So nahm die Quälerei ihren Lauf. Die Kräfte waren bereits nach den ersten Runden aufgebraucht, sodass es lediglich im Schleichschritt voran ging.
Alles in allem, war es mit Iris wieder ein tolles gemeinsames Abenteuer.”

Laufbericht von Iris Hadbawnik:

“Traditionell steht Ende Januar der Ultramarathon in Rodgau auf dem Plan, um die körperliche Fitness zu Jahresanfang zu testen. Im Prinzip wäre auch alles gar nicht so schlecht gelaufen, wäre die Hälfte der Strecke nicht ungeräumt und voller knöcheltiefen Schnees gewesen…
Bereits auf der ersten Runde hatte ich die Nase voll – und spürte den erhöhten Kraftaufwand für Beine und Rücken, sich durch den Schnee zu wühlen. Aber von Runde zu Runde lief es besser – und man akzeptierte einfach die äußeren Bedingungen.
Da eine Bestzeit unter diesen Bedingungen sowieso obsolet war, war ich froh, dass Oli und ich am Ende lediglich eine halbe Stunde nach meiner alten Bestzeit vom letzten Jahr ins Ziel gelaufen sind.

Glückwunsch auch an die beiden Mädels Petra und Marion, die das Ding trotz der erschwerten Bedingungen gerockt haben! Und vor allem an Fabian, der bei seinem ersten Ultra gleich seinen AK-Sieg geholt hat. :-))”

Laufbericht von Frank Nicklisch:

“Wieder mal in Rodgau. Seit 2006 mein alljährlicher Saisonbeginn und wie fast jedes Mal war ich mieserabel vorbereitet.
Dieses Jahr kam dann allerdings noch ein außergewöhnlich schlechter Streckenzustand dazu. Der sulzige Schnee auf weiten Teilen der Strecke kostete viel Kraft und so war es nicht verwunderlich, dass ich schon ab der 6.Runde ums Überleben gekämpft habe.
Letztlich habe ich mich durchgebissen und konnte gegen Ende sogar wieder etwas Fahrt aufnehmen.”

Zur Website des Veranstalters: www.rlt-rodgau.de

 

August 2012: Monschau Ultra

12. August 2012: Monschau Ultra – 56 km, 1.000 hm

Unsere Ergebnisse:

Frank Nicklisch: 06:21:00 h

 

Laufbericht von Frank Nicklisch:

Die Nacht war früh zu Ende. Gegen 3:00 klingelte der Wecker und ich fragte mich sofort, ob ich denn völlig bescheuert bin um diese Uhrzeit aufzustehen um einen Ultra in der Eifel zu laufen.
Die Vorbereitung und Anreise liefen zügig und so war ich gegen 5:30 in Konzen um mich für den Lauf nachzumelden. Dort war schon reichlich Trubel. Ca. 200 Ultraläufer hatten sich für die erste Ausführung des Monschau Ultra eingefunden.
Die Strecke führte zunächst über eine Einführungsrunde von 14km um dann auf die mir schon bekannte Marathonstrecke zu treffen.
Der Monschau Marathon führt über Straßen und Waldwege, teilweise mit Trailcharakter, und ist mit jeder Menge Höhenmetern gewürzt. Die Einführungsrunde stand in dieser Hinsicht der Marathonstrecke in nichts nach.
Kurz nach 6:00 wurde das Rennen gestartet. Ich wollte versuchen einen Schnitt von 6:00 min/km zu halten und konnte das auf den ersten 7 km gut halten. Dann hatten wir den höchsten Punkt der Einführungsrunde erreicht und nun ging es bergab. Es lief locker, im Nachhinein zu locker, mit einem Tempo zwischen 4:20 und 5:15. Dieses Tempo hielt ich auch auf den ersten 7km der Marathonstrecke, die vorrangig bergab führt. Den ersten Halbmarathon lief ich in 1:52h.
Dann kamen die ersten kräftigen Anstiege und ich wechselte zwischen gehen und laufen. Das Tempo sank. Die ersten 30km konnte ich noch unter 3h laufen, aber das Ende war absehbar. Ich hatte am Anfang überpaced und nun musste ich dafür bezahlen.
Mittlerweile wurde es auch noch stetig wärmer und so schleppte ich mich immer langsamer über die Strecke. Hatte ich zwischenzeitlich noch mit einer Zeit unter 6h gerechnet, so brach diese Zielzeit immer mehr weg. Erst auf den letzten km konnte ich mich aus dem Tief befreien und wieder zügiger laufen.
Alles in allem ein anspruchsvoller Lauf, der sich trotz der frühen Anreise auf jeden Fall gelohnt hat.

Zur Website des Veranstalters: www.monschau-marathon.de

März 2011: 6h-Lauf Stein

13. März 2011: 6h-Lauf Stein

Unsere Ergebnisse:

Frank Nicklisch: 58,571 km

 

Laufbericht von Frank Nicklisch:

Doppeldecker zweiter Teil:
ich hatte ja gestern, direkt nach dem 6h-Lauf in Nürnberg ernste Bedenken ob ich heute in der Lage wäre ohne fremde Hilfe durch die Wohnung zu schleichen, aber bereits am späten Abend zeigte sich eine deutliche Regeneration.
Heute morgen gegen 7:00 konnte ich tatsächlich Schmerz- und Muskelkaterfrei aufstehen und machte mich auf den Weg nach Stein. Das Wetter war nicht so berauschend, leichter Regen auf der Fahrt und deutlich kühler als gestern.
Bei der Abholung der Startunterlagen habe ich dann viele alte Bekannte wiedergetroffen und so ging es bald an den Start.
Gelaufen wurde eine knapp 3,1 km lange Rundstrecke auf verschlungenen Wegen durch ein Ferienhausgebiet und auf einem Radweg entlang der Straße.
Ich hatte mir nach dem gestrige Lauf keine Ziele gesetzt. Lediglich die Marathonmarke wollte ich wenn möglich erreichen.
Die ersten Runden liefen noch etwas zäh und recht schnell meldeten die Muskeln eine Anspannung, wie ich sie üblicherweise erst nach mehreren Stunden Lauf kenne. Aber so nach und nach gewöhnte sich der Körper an die neuerliche Belastung. Die anfangs eingeschlagene Rundezeit von 18-20 Minuten konnte ich gut halten. Runde um Runde spulte ich die Kilometer ab.
Ab etwa der Hälfte des Rennens lief es etwas besser und ich konnte zeitweise an Tempo zulegen, jedoch verlor ich diesen Vorsprung wieder bei den sich stetig ausdehnenden Verpflegungspausen.
Nach 4:15h erreichte ich die Marathonmarke und konnte mir neue Ziele setzen: die 50km mussten erreicht werden, was bald darauf gelang. Jetzt war der Ehrgeiz geweckt und trotz zunehmend brennenden Oberschenkeln ging es weiter. Ich schloss mich einer Gruppe Niederländer an, die immer noch zügig ihre Runden drehten. Die nächste Runde wurde in 18:00 gelaufen und jetzt ging es auf die letzte Runde. Die Niederländer zogen jetzt das Tempo deutlich an und ich versuchte weiter in ihrem Windschatten zu laufen. Obwohl es mir sehr schwer fiel, konnte ich an der Gruppe dranbleiben und wir beendeten die letzte Runde in 16:30. Jetzt blieben noch 12 Minuten für die letzten Kilometer. Mit unverändertem Tempo ging es auf den Schlussspurt. In kürzester Zeit zerviel die Gruppe und jeder versuchte allein soviel an Boden gutzumachen wie ging. Ich konnte innerhalb dieser 12 Minuten noch 2,376 km laufen und damit die Strecke von gestern sogar noch überbieten.

Stein_2011

Zur Website des Veranstalters: www.ultraloopstein.nl

30. Januar 2010: Ultramarathon Rodgau

Ultramarathon Rodgau – 50 km

Unsere Ergebnisse:

Oliver Weis: 04:54:10 h
Frank Nicklisch: 05:20:45 h
Iris Hadbawnik (35 KM): 03:32:16 h

Laufbericht Oliver Weis:

…und mein zweites Mal Rodgau. Zuvor hatten wir bestimmt 407mal darüber spekuliert, ob oder nicht und wenn das Wetter so oder so wäre und dann …. aber wir haben`s doch getan. Frank hat uns abgeholt und dann wie immer…zu spät und 30sec vor den Start, wir sind vor Ort und los gehts…puh 🙂 Gleich in der ersten Runde, 350m, an der Verpflegungsstelle einen warmen Tee und der Lauf konnte kommen. Die Strecke war alles andere, als vom Veranstalter beschrieben. Geräumt und bestreut, sieht für mich anders aus. Was solls, kämpfen Oli… und so vergingen die Runden, mehr oder weniger gut. Am Schluss bin ich doch noch besser gelaufen als das Jahr zuvor. Also, voll zufrieden und dieses Mal nicht mit “Pudelblick”, lief ich Iris bei 50000 und ein Meter in die Arme. Schön wenns rum ist 🙂

Laufbericht von Frank Nicklisch:

Alle Jahre wieder… Dieses Jahr war ich zum 5. Mal in Rodgau, aber so schlecht ist es noch nie gelaufen.

Das es im Januar kalt ist und auch mal Schnee liegen kann war vorher klar. Aber dass die gesamte Strecke unter einer geschlossenen Schnee- und Eisschicht verschwinden würde hab ich nicht erwartet. Von Runde zu Runde wurde der Streckenzustand schlechter. Die vereisten Stellen nahmen zu und die Abschnitte mit festgetretem Schnee verwandelten sich langsam in eine zähe matschige Masse.

Zu dem doch sehr schwer zu laufenden Untergrund kamen dann noch meine konditionellen Schwierigkeiten nach zwei Wochen Trainingsausfall (und mäßigem Training davor…). Die letzten zwei Runden setzte dann noch zu allem Überfluss heftiges Schneetreiben ein.

Nach 30km wollte ich bereits abbrechen, wurde aber noch zum weitermachen überredet. Ebenso nach 40km und 45km. Letztlich bin ich dann doch die gesamte Strecke gelaufen, in einer doch eher erbärmlichen Zeit. Dafür habe ich heute (einen Tag später) einen bestialischen Muskelkater.

Laufbericht von Iris Hadbawnik:

Als bekennender Schneelauf-Hasser hatte ich bereits Mitte letzter Woche mit dem Wettkampf abgeschlossen. Als dann jedoch die Nachricht vom Veranstalter kam, dass die gesamte Laufstrecke geräumt und mit Split bestreut sei, hab ich dann doch den Start gewagt… und hätte es im Nachhinein doch besser gelassen…

Die Strecke bestand aus einer Eis- oder wahlweise lockerer Schneedecke, die einem zunehmend das Laufen erschwerte. Als sich dann nach einigen kraftraubenden Kilometern noch meine Achillessehne beschwerte, wollte ich es nicht weiter riskieren und habe nach 35 Kilometern das “Drama” beendet.

Lustig war, dass ich viele Bekannte getroffen habe. Unter anderem Bernann, mit dem ich am Start noch in konspirative Gespräche vertieft war… siehe Foto von marathon4u.de im Hintergrund. ;-))

Nachtrag: Ich habe heute vom Veranstalter noch ein Foto gefunden, auf dem wir – kurz vor dem Start – alle 3 drauf sind: Oli im Vordergrund, ich in der Mitte und Bernann dahinter. :-))

Juni 2008: Fidelitas Nachtlauf

28. Juni 2008: Fidelitas Nachtlauf – 80 km

Unsere Ergebnisse:

Iris Hadbawnik: 09:25:05 (4. AK)
Gesamtrang 9 der Frauen

Laufbericht von Iris Hadbawnik

Die ersten 30 Kilometer hab ich einfach nur gelitten. Es war heiß, meine Beine waren schwer und das Schlimmste: Es gab nur Wasser mit Kohlensäure. Woraufhin mein Magen mir 3 Stunden lang den landschaftlich tollen Lauf verübeln wollte… Die Rettung kam durch private Wasserstellen am Wegesrand. Vielen Dank!! Erst ab Kilometer 35 ging es mir wieder gut und ich konnte den Lauf bis ins Ziel richtig genießen!! Ein wirklich toller, familiärer und empfehlenswerter Wettkampf, bei dem aber noch Nachholbedarf bei den Kilometerangaben und der Wegmarkierung besteht. Zum Glück hatte ich Gerhard getroffen, der mich die zähen Kilometer durch den stockdunklen Wald begleitet hat und mit dem ich trotz Umwege, immer wieder den richtigen “Pfad” gefunden habe… 🙂

Zur Website des Veranstalters: www.fidelitas-nachtlauf.de

Juni 2007: 12h-Lauf Brühl

17. Juni 2007: 12h-Lauf Brühl

Unsere Ergebnisse:

Frank Nicklisch: 108,001 km

 

Laufbericht von Frank Nicklisch

Nach dem Rennsteiglauf, den ich gut und verletzungsfrei überstanden habe, bin ich wieder gut regeneriert. Nach zwei Wochen leichtem Training habe ich schon automatisch in den darauffolgenden Wochen den Trainingsumfang wieder auf das normale Maß angezogen. Aber wofür? Ich bin fit wie selten zuvor, habe aber keinen weiteren Wettkampf im Auge.

Beim Suchen im Internet stoße ich auf den 12 Stundenlauf in Brühl. Das wäre doch mal was neues. Speziell wenn ich im nächsten Jahr tatsächlich die 24 Stunden in Apeldoorn laufen will muss ich in diesem Jahr einen Qualifikationslauf über 100 km nachweisen. Letztes Jahr in Biel bin die 100 km in 11:48h gelaufen und hier sollte die Strecke einfacher sein, weil sie flacher ist.

Kurz entschlossen melde ich mich wenige Tage vor dem Lauf an. Ich kann niemanden begeistern mich zu begleiten und so fahre ich am Sonntag morgen um 5:00 alleine nach Brühl. Während der Fahrt gönne ich mir als zweites Frühstück einem halben Marmorkuchen.

Ich habe keine Ambitionen, ich will lediglich die 100 km laufen und das ist alles. Es gilt eine 2,5 km lange Runde durch Stadion, Park und Fußgängerzone so oft wie möglich zu laufen.

Nach einigem Fragen finde ich in Brühl den Weg zum Stadion. Dort herrscht schon reger Betrieb. Überall sieht man Leute die Zelte aufbauen und sich mit Stühlen und Tischen an der Strecke ausbreiten. Speziell die Staffelteams sind hervorragend ausgestattet. In einem großen Zelt sitzen viele Läufer beim Frühstück. Ich lasse mir einen Kaffee geben und kämpfe gegen die morgendliche Kälte.

Während ich dem Treiben im Stadion zusehe komme ich mit einigen Läufern ins Gespräch und bekomme einen ersten Eindruck von meinen Mitstreitern. Ziele werden ausgetauscht und ich reihe mich gedanklich im hinteren Mittelfeld ein.

Ich suche mir am Stadionrand einen Platz für meinen Rucksack mit der Verpflegung: Power Gel, der Rest vom Marmorkuchen, Cola, Red Bull, Wasser und Salztabletten. Von einem benachbarten Zelt wird mir freundlich angeboten meinen Rucksack unterzustellen. Die zugehörige Staffel wird später mein Betreuerteam werden.

Pünktlich um 7:00 erfolgt der Start. Etwa 40 Staffeln und 30 Einzelläufer machen sich auf den Weg. Ich laufe locker los und komme bereits auf der ersten Runde mit Uwe Kiehn ins Gespräch, der zusammen mit einem Laufkameraden ebenfalls als Einzelläufer unterwegs ist. Wir unterhalten uns über unsere bisherigen Läufe. Auch er ist bereits den Rennsteiglauf gelaufen und plant in diesem Jahr noch den Swiss Alpine. Schnell haben wir uns darauf verständigt zusammen zu laufen und einen Schnitt von 6:00/km anzupeilen. Doch bereits eine Runde später legen die beiden eine Zwischenstop ein und ich verliere sie aus den Augen.

Unmerklich bin ich schneller als geplant unterwegs. Statt der geplanten 15 Minuten pro 2,5 km Runde brauche ich nur noch 14 Minuten. Ich laufe also einen Schnitt von 5:40/km. Anscheinend ziehen mich die schnellen Staffelläufer immer wieder mit.

Ich kann das Tempo problemlos halten und fühle mich dabei wohl. Nach etwa einer Stunde fragt mich einer von meiner „Betreuerstaffel“ wie ich heiße und teilt mir dann mit dass ich auf Platz 4 oder 5 liege.

Es ist jetzt noch angenehm kühl, aber es ist schon jetzt abzusehen, dass es heute sehr warm wird. In jeder Runde trinke ich etwas am Verpflegungsstand, der sich im Stadion befindet, in jeder zweiten Runde esse ich etwas Obst oder Salzgebäck. Von Zeit zu Zeit nehme ich ein Power-Gel, jedoch wesentlich seltener als beim Marathon.

Ich laufe alleine meine Runden. Die Marathonmarke erreiche ich bereits nach 4:03h. Ein Mann am Verpflegungsstand feuert mich immer wieder an. Er teilt mir auch mit, dass ich gut im Rennen liege (wie gut habe ich erst später erfahren) und dass es bei den Führenden wohl Probleme gäbe. Ich mache mir darüber keine Gedanken, ich will heute schließlich nur 100 km laufen.

Bei km 47 überrunde ich Uwe und seinen Kollegen, der schon ziemlich angeschlagen aussieht. Die beiden beschließen sich zu trennen und Uwe und ich laufen gemeinsam weiter. Ich merke auch langsam die Anstrengung und nehme das Tempo etwas zurück. So laufen wir in dem vor 45 km vereinbarten Tempo von 6:00/km weiter.

Plötzlich bekomme ich ohne Vorwarnung einen massiven Krampf im Oberschenkel und muss Uwe ziehen lassen. Ich schleppe mich allein ins Stadion zum Massagezelt. Zum Glück werden Einzelläufer bevorzugt und so muss ein Staffelläufer seinen Platz räumen. Ich lasse mich gründlich massieren und höre zwischendurch wie der Stadionsprecher mitteilt das ich auf den 3. Platz liege. Ich bin völlig überrascht. Als ich nach der Massage auf die Strecke zurückkehre habe ich viel Zeit und auch viele Plätze verloren. Aber ich fühle mich gut und die 100 km sind in Reichweite. Die Hälfte ist bereits geschafft: 50 km in 5:04h, trotz Massage.

Die ersten Runden nach der Massage laufen wieder im ähnlichen Tempo wie am Anfang, aber dann wird das Tempo doch merklich langsamer. Es wird immer wärmer. Ich habe meine Verpflegung jetzt auf ein Mischgetränk aus Wasser, Cola, Red Bull und Salz reduziert und nehme an der Verpflegungsstelle nur noch Wasser. Jede zweite Runde wechsele ich ein paar Worte mit „meinem Staffelteam“, die mich immer anfeuern. Ab und zu ruhe ich mich etwas auf ihren Klappstühlen aus.

Das Tempo wird weiter immer langsamer. Ich brauche jetzt pro Runde 17 Minuten. An bestimmten Stellen der Runde erlaube ich mir kurze Gehpausen. Ich liege jetzt auf dem 6. Platz und die beiden Plätze vor mir befinden sich noch in der selben Runde wie ich. Bei km 65 höre ich, dass der Führende ausgeschieden ist. Ich nehme das mit geringem Interesse zur Kenntnis und rücke so auf den 5. Platz vor.

Ich drehe weiter meine Runden und unterhalte mich in den Gehpausen mit den anderen Läufern. Viele sind schon lange bei gehen, aber sie bleiben kontinuierlich dran. Im Vergleich bin ich noch frisch. Ich teile die Runde in Laufabschnitte und in Gehabschnitte ein und wechsele ständig zwischen laufen und gehen.

Wenn ich laufe, dann immer noch mit einem Schnitt von unter 6:00/km, aber die Gehpausen kosten viel Zeit. Inzwischen brauche ich fast 19 Minuten pro Runde, doch die 100 km rücken näher. Ich werde die 100 km schaffen, selbst wenn ich jetzt nur noch gehe. Aber ich laufe. Nach 11:03h habe ich die 100 km geschafft.

Dem Mann an der Verpflegungsstelle, der mich immer wieder aufgemuntert hat, teile ich mit dass ich jetzt aufhören kann, da ich mein Ziel erreicht habe. Er ist entsetzt und bedrängt mich weiter zu laufen. Ich laufe weiter, denn so ernst war das jetzt auch nicht gemeint.

Mittlerweite liege ich auf dem 4. Platz und der 5. ist nur wenige hundert Meter hinter mir. Ich habe jetzt ein neues Ziel, ich werde diesen 4. Platz verteidigen. Ich ziehe noch einmal das Tempo an und schaffe die letzten Runden in jeweils 17 Minuten. Ich beschließe bis zum Schlusssignal weiterzulaufen und nicht im Stadion stehen zu bleiben, wie es viele andere Läufer kurz vor dem Ende machen.

So laufe ich noch in den letzten Minuten 500 m aus dem Stadion heraus und beende das Rennen nach 108 km. Ich hoffe das ich den 4. Platz halten konnte und mache mich auf den Heimweg. Laut Ausschreibung gibt es nur für die drei Führenden einen Pokal. Andere Preise oder Medaillen gilbt es nicht.

Als ich bei der Chipabgabe bin werden gerade die Ergebnislisten ausgedruckt. Mehr aus Interesse für die Siegerstrecke lasse ich mir eine Liste geben. Ich bin völlig überrascht, das ich auf dem 3. Platz geführt werde. Also muss ich noch bleiben bis zur Siegerehrung bleiben.

Während ich auf die Siegerehrung warte treffe ich Uwe Kiehn wieder. Er hat den zweiten Platz erreicht. Bei der Siegerehrung erhalte ich meinen ersten Pokal, den ich in einem Laufwettbewerb erhalten habe.

12-Stundenlauf

Quelle: lokalesweb.de

Sieger des 12 Stundenlaufes 2007 in Brühl:
Uwe Kiehn mit 110,026 km,  Thomas Blumtritt mit 122,596 km, Frank Nicklisch mit 108,001 km

Zur Website des Veranstalters: www.12-stunden-lauf.de